Nazareth begeistert in Mellrichstadt mit Rock-Klassikern

Gastbeitrag von Alexander Witt

Wenn Nazareth in der Region aufschlagen, ist eines sicher: Es wird laut, es wird voll – und es wird verdammt gut. Genau so war es auch an diesem Abend in Mellrichstadt, wo sich zahlreiche Rockfans einfanden, um einer echten Legende die Ehre zu erweisen.

Doch bevor die Schotten um Bassist Gründungsmitglied Pete Agnew die Bühne enterten, durften zunächst die Road House Band aus Münnerstadt ran – und die machten ihre Sache mehr als ordentlich. Genau das kam gut an und sorgte früh für gute Stimmung in der Halle.

Als dann schließlich Nazareth unter lautem Jubel die Bühne betraten, war klar: Jetzt gibt’s kein Halten mehr. Druckvoll, routiniert und mit ihren typischen Hard-Rock-Sound lieferten die Rock- Veteranen genau das ab, was man von ihnen erwartet – und noch ein bisschen mehr.

Besonders im Fokus: der neue Sänger, Gianni Pontillo, der an diesem Abend eindrucksvoll bewies, dass er kein Lückenfüller, sondern ein echter Frontmann ist.

Mit starker Stimme, Präsenz und spürbarer Leidenschaft hauchte er den Klassikern wie „This flight tonight“,“Hair of the dog“, „Dream on“ oder „Love Hurts“ neues Leben ein.

Seine Stimme ist kontrolliert, klar geführt und trägt auch die anspruchsvollen Höhenlagen in echter Rockröhren-Manier. Er bleibt eng am Originalcharakter, ohne zu kopieren, und gibt den gesanglich fordernden Stücken eine durchgängig stabile vokale Linie.

Das Publikum dankte es mit durchgehender Begeisterung und lautstarkem Applaus. Hier wurde nicht nur zugehört – hier wurde gelebt, gefeiert und gerockt, ohne Anlauf und mit einer üppigen Setlist: ein kraftvolles Programm mit 14 Stücken und drei Zugaben, das beim Publikum unmittelbar Wirkung zeigte.

Unterm Strich ein Konzert-Abend, wie man ihn sich als Rockfan wünscht: ehrliche Musik, eine starke Vorband, ein bestens aufgelegter Headliner und eine Stimmung, die von der ersten bis zur letzten Minute voller Power getragen hat.

Nazareth haben einmal mehr gezeigt, warum sie auch nach all den Jahren noch absolut relevant sind. „Das war die Musik meiner Jugend“ ist ein Satz, der an diesem Abend oft fällt. Der Rock lebt, und an diesem Abend ganz besonders in Mellrichstadt.